APOPO Siem Reap

APOPO Siem Reap

Mitten in Siem Reap befindet sich eins der wohl ungewöhnlichsten Besucherzentren der Welt: Das APOPO Visitor Center. Die Organisation hat es sich zum vorrangigen Ziel gemacht, mit der Hilfe von ausgebildeten Ratten zwei Probleme der kambodschanischen Gesellschaft zu lösen: Das Minenproblem und die zahlreichen Erkrankungen in der Bevölkerung an Tuberkulose.

Minensuche mit den afrikanischen Riesenratten von APOPO

Bei beiden Themen kommt den Betroffenen der feine Geruchssinn der Ratten zugute, die dadurch sowohl die Krankheit, als auch die Minen erschnuppern können. Neben der offensichtlich extrem innovativen Idee, bietet das Visitor Center auch einen spannenden Einblick in die Lebensrealität der Kambodschaner.
Bei einem Besuch im APOPO Siem Reap ist es wohl die Demonstration des Könnens der vierbeinigen Lebensretter, das den größten Eindruck hinterlässt. Vor dem staunenden Publikum zeigen die Ratten, wie sie scheinbar mühelos versteckte Minen erkennen und ihrem Menschen anzeigen können.

Spenden für APOPO sind hier möglich (externer Link zu APOPO)

Neben der Arbeit im Kampf gegen die Verminung des Landes, hat sich APOPO auch zum Ziel gesetzt, Aufklärungsarbeit über die Gefahren der Minen zu leisten. Gerade für interessierte Touristen, die sich mit den vielfältigen Problemstellungen bislang noch nicht auseinandergesetzt haben, die ein Krieg, in dem Landminen eingesetzt werden, auch noch viele Jahrzehnte danach mit sich bringen, ist der Besuch wohl durchaus aufschlussreich, mitunter auch schockierend. Allerdings kann man sagen, dass die Tour an sich so gestaltet ist, dass sie auch für Kinder problemlos geeignet ist. Gerade für zart besaitete Gemüter ist der Besuch beispielsweise sicherlich wesentlich erträglicher als etwa ein Besuch der Killing Fields. 

Durch das Geld, das das Zentrum durch die Führungen für Touristen verdient, kann das Projekt weiterhin am Laufen gehalten werden und ermöglicht vor allem der kambodschanischen Landbevölkerung einen einigermaßen normalen Arbeitsalltag (dadurch, dass es immer noch Jahrzehnte dauern wird, bis sämtliche Minen in Kambodscha aufgespürt worden sind, und sich viele davon etwa auf den Reisfeldern verstecken, wo die ungeschützte Zivilbevölkerung täglich ihre Arbeit verrichtet), indem sie mit Hilfe der Ratten ihre Arbeitsflächen vorab absichern können.

Alles in allem ist der Besuch im APOPO Siem Reap sicher einer, der in Erinnerung bleibt. Neben dem offensichtlichen „Entertainment-Faktor“, die Ratten bei der Arbeit erleben zu können, lernen Besucher auch viel über das Land und seine Leute und können noch besser ein Gefühl dafür entwickeln, wie die geschichtlichen Ereignisse noch bis heute auf das Leben der Bewohnerinnen von Kambodscha nachwirken.

Die Führungen vor Ort werden auf Englisch angeboten, es empfiehlt sich also, doch zumindest sprachliche Basiskenntnisse mitzubringen, um den inhaltlichen Details des Vortrags gut folgen zu können.