Prasat Chrung (Bootfahrt)

Prasat Chrung (Bootfahrt)

Beim Prasat Chrung handelt es sich um die Ecktürme der Stadtmauer von Angkor Thom, der ehemaligen Hauptstadt des Angkorreichs. Errichtet wurden diese unter der Herrschaft von König Jayavarman VII., also etwa zu Beginn des 13. Jahrhunderts. Die vier Tempeltürme ähneln einander stark und bestehen aus dem eigentlichen Turm an sich und kleinen Vorhallen, den sogenannten Mandapa. Der Begriff „Chrung“ bedeutet übersetzt etwa so viel wie „Ecke“ oder „Winkel“.

Prasat Chrung Schild

Architektonisch lassen sich die Bauten dem Bayon Stil zuschreiben. Ursprünglich waren sie buddhistisch geplant gewesen, doch König Jayavarman VIII. gab im 13. Jahrhundert die Hinduisierung der Türme in Auftrag. Dabei wurden zahlreiche Reliefs umgestaltet oder gänzlich zerstört, was natürlich sehr schade ist, da so heute nicht mehr nachvollziehbar ist, welche buddhistischen Darstellungen sich dort einmal befunden haben. Der Tempel in seiner ursprünglichen Form war Bodhisattva Lokeshvara gewidmet, der buddhistischen Gottheit Avalokiteshvara.

Alle vier Türme befinden sich auf einem kreuzförmigen Grundriss und sind nach Osten hin offen. Die beiden Ecktürme an der östlichen Stadtmauer haben zusätzliche Eingänge nach Westen.

Insgesamt sind die Türme schon stark verfallen und in keinem guten Zustand. Nur noch stellenweise lassen sich Reliefs und Verzierungen entdecken, zum Beispiel von weiblichen göttlichen Wesen, den Devatas. Allerdings ist es auch hier sehr schön zu sehen, wie die Natur wieder ihren Platz einfordert und in den letzten Jahrhunderten begonnen hat, die Umgebung und auch ein wenig die Bauwerke zu bewachsen. Prasat Chrung zählt nicht zu den „Standard-Sehenswürdigkeiten“ der Region, weshalb hier im Vergleich zum restlichen Angkor Thom wesentlich weniger Besucher unterwegs sind, so dass sich die Ecktürme einigermaßen in Ruhe entdecken lassen- ein Vorteil für all jene, die sich entsprechend informiert haben und deshalb einen Besuch wagen.

Prasat Chrung Apsara

Die Anlagen sind über den angeschütteten Erdwall zu erreichen (es empfiehlt sich etwa der Weg zum Südosttempel vom Südtor Angkor Thoms aus). Ab dann bewegt man sich an der Stadtmauer entlang, um die vier verschiedenen Eckpunkte zu erreichen (insofern man auch wirklich alle sehen möchte), was doch ein recht langer Fußmarsch ist (vielleicht ist das auch der hauptsächliche Grund, warum der Ort nicht ganz so stark besucht ist).

Wer etwas mehr Zeit eingeplant hat, für den empfiehlt sich die Möglichkeit einer Bootsfahrt, die die vier Türme anfährt (ein echter Geheimtipp, den man am besten direkt vor Ort bucht).

Alles in allem lässt sich ein Besuch des Prasat Chrung gut mit einer Erkundung von Angkor Thom verbinden. Wer nicht so gut zu Fuß ist, sollte aber darüber nachdenken, diese Sehenswürdigkeit vielleicht auszulassen.