Kampong Phlouk

Kampong Phlouk

In der Provinz Siem Reap befindet sich das „schwimmende Dorf“ Kampong Phlouk, das sich gerade bei Touristen aufgrund seiner baulichen und kulturellen Einzigartigkeit großer Beliebtheit erfreut. Der Name des Dorfes bedeutet übersetzt so viel wie „Hafen der Stoßzähne“ und besteht aus drei Dorfgruppen, nämlich Dey Krahom, Tnaot Kambot und Kok Kdol.

„Floating Village“: In früheren Zeiten war der Wasserstand deutlich höher

Die dort lebende Bevölkerung lebt Großteils von der Fischerei, doch in den letzten Jahren hat die Bedeutung des Tourismus für die knapp 4.000 Bewohner und ihr Leben in den Dörfern deutlich zugenommen.
Kampong Phlouk liegt direkt am See Tonle Sap und lässt sich aufgrund der geographischen Nähe sehr einfach mit einem Besuch der Roluos Gruppe verbinden, die sich nur etwa 30 Kilometer entfernt befindet.


Die für Kampong Phlouk gängige Bezeichnung als das „schwimmende Dorf“ ist im Übrigen ein wenig irreführend, ist das Dorf doch eigentlich auf fünf bis sechs Meter hohen Stelzen errichtet. Gerade aber während der Regenzeit (zwischen Juni und November), wenn der Wasserstand des Sees Tonle Sap am höchsten ist, fühlt es sich für Besucher zumindest so an, als würde das Dorf schwimmen. In der Mitte des Dorfes gibt es eine kleine Insel, wo sich die einzigen Bauten ohne Stelzen befinden. Dort findet man auch die Sehenswürdigkeit des Ortes, eine Pagode, die mit wunderschönen Malereien verziert wurde.

Kunstvolle Pagode in Kampong Phlouk

Kunstvoller Tempel (Pagode) in Kampong Phlouk


Das Dorf in der heutigen Form besteht erst seit einigen Jahrzehnten. Ursprünglich gab es in der Gegend des heutigen Kampong Phlouk nur einige Fischerfamilien, die sich an der Stelle rund um den See angesiedelt hatten, aber noch keine gemeinsame dörfliche Struktur teilten. Als die Roten Khmer ab 1975 die Regierung von Kambodscha übernahmen und ein totalitäres Regime einführten, wurde auch diese erste Vorform von Kampong Phlouk zerstört: Die Häuser der Fischerfamilien wurden niedergebrannt und die Bewohner selbst an die zentralen Arbeitsstätten umgesiedelt. Erst nach dem Ende des Regimes kehrten die Familien wieder in die Gegend zurück, was sich aufgrund des Ausmaßes der Zerstörung und dem Fehlen jeder Infrastruktur durchaus als schwierig erwies. In den 1990er Jahren wurden Hilfsorganisationen auf die Region aufmerksam und verbesserten die Lebenssituation vor Ort merklich, in dem sie das Straßennetz aufbauten, Schulen errichteten und das (durch die längere Abwesenheit teilweise verloren gegangene) Wissen über die Fischerei auffrischten, bis schließlich noch – langsam aber sicher – der Tourismus in der Gegend aufblühte.

Reisevideo von Kampong Phlouk


Um Kampong Phlouk zu besichtigen ist eine Fahrt mit dem Motorboot erforderlich. Als Erweiterung wird vor Ort auch eine Ruderboot-Fahrt durch die überfluteten Mangrovenwälder angeboten- eine einzigartige Erfahrung, da der Wald sich über 6000 Hektar erstreckt.

Mangrovenwald im Wasser

Mangrovenwald im Tonle Sap