Ak Yum

Ak Yum

Bei Ak Yum (was ins Deutsche übersetzt so viel wie „Schlafender Vogel“ bedeutet) handelt es sich um einen Tempel aus dem ehemaligen Khmer-Reich, der sich in der Provinz von Siem Reap im Gebiet von Angkor befindet. Weil die Anlage relativ klein und schon sehr stark verfallen ist, wird sie deutlich weniger häufig von Touristen frequentiert als die anderen Anlagen der Angkor-Tempelbauten. Das bietet wiederum eine großartige Chance für interessierte Besucher, in aller Ruhe den Tempel zu erkunden, ist er doch in seiner historischen Bedeutung unumstritten. Man nimmt an, dass auch Ak Yum einer hinduistischen Gottheit gewidmet war: Die Vermutung liegt nahe, dass es sich dabei um Gambhiresvara (den Gott der Tiefe oder des verstecken Wissens) gehandelt hat. Eine genau Zuordnung ist dabei aber inzwischen leider schwierig, da der Tempel sich in keinem guten Zustand befindet.

Ak Yum liegt in unmittelbarer Nähe zum West Mebon

Doch worin liegt sein geschichtlicher Wert? Ak Yum wurde in der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts errichtet und ist damit der älteste Bergtempel der gesamten Angkor-Periode. Der Tempel befindet sich direkt neben dem Westlichen Baray und war ursprünglich im nordöstlichen Teil der Stadt Banteay Cheou lokalisiert.

Heute lässt sich nicht mehr eindeutig feststellen, unter welchem Herrscher der Tempel errichtet wurde. Wenn wir uns vorstellen wollen, wie die Anlage wohl einst ausgesehen hat, können wir eine Pyramide mit drei Stufen visualisieren. Es gab wohl fünf Türme (einer davon größer als die anderen). Dieses Motiv erkennen wir bei vielen Tempelanlagen der Khmer wieder. Die fünf Türme sollen den Berg Meru symbolisieren, den Weltenberg, der im Zentrum des Universums der hinduistischen, buddhistischen und jainistischen Mythologie steht und über fünf Gipfel verfügt. Interessanterweise heißt es aber gemeinhin, dass diese Symbolik zum ersten Mal bei der Tempelanlage von Phnom Bakheng zur Anwendung gekommen sein soll (diese wurde erst im 9./10. Jahrhundert errichtet). So lässt sich daraus schließen, dass es sich bei den Türmen von Ak Yum mehr um einen Vorläufer dieses Musters handelt.


Das Spannendste an der Tempelanlage ist aber zu wissen, dass bei der Entdeckung von Ak Yum in den 1930er-Jahren durch eine französische Delegation auch noch ein Tempelschatz gefunden wurde. Es ist anzunehmen, dass diese Schätze ihren Weg nach Europa gefunden haben und inzwischen dort in einem Museum verwahrt sind, so wie das in den spätkolonialistischen Zeiten durchaus noch der Fall war.


Abschließend lässt sich feststellen, dass – obwohl nur wenige Reiseführer wirklich ausführlich über Ak Yum berichten- es ein großer Fehler wäre, auf einen Besuch dieses historisch so wertvollen Tempels zu besichtigen. Immerhin braucht man für einen gesamten Rundgang aufgrund seiner geringen Größe dafür auch nicht allzu viel Zeit einzuplanen.