Chau Say Tevoda

Chau Say Tevoda

Der Tempel Chau Say Tevoda befindet sich in der Provinz Siem Reap direkt neben der berühmten Tempelanlage Angkor Thom und wurde im 12. Jahrhundert von Khmer-König Suryavarman II. errichtet. Direkt gegenüber liegt der „Zwillingstempel“ Thommanon, der allerdings durch die lange Zeit seit seiner Errichtung schon teilweise seine Begrenzungsmauer eingebüßt hat. Der hinduistische Tempel Chau Say Tevoda wurde den Gottheiten Shiva und Vishnu gewidmet, wobei sich in der Anlage auch zahlreiche Skulpturen der beiden finden lassen. Unter der Herrschaft von Jayavarman VII. wurde die Tempelanlage dann noch weiter ausgeschmückt. Der Name des Tempels bedeutet ungefähr so viel wie „produktive Enkelkinder einer Gottheit“.

Chau Say Tevoda ist an unterschiedlichen Stellen unterschiedlich gut erhalten. Über die Jahrhunderte hinweg kam es in den Tempelbauten immer wieder zu Vandalismus, was natürlich auch einen bleibenden Schaden hinterlassen hat. Auch die beiden Bibliotheken des Tempels (was eigentlich eine Besonderheit ist, dass es derer zwei in einer Anlage gibt) sind stark verfallen, was wohl auch am verwendeten Sandstein liegen dürfte. Erste Restaurierungsarbeiten wurden bereits in den 1960ern vorgenommen, ein Großprojekt, welches auch den Tempel Thommanon miteinschloss. In den frühen 2000er Jahren wurde die Tempelanlage schließlich von einem chinesischen Team wieder sorgfältig restauriert, wobei etwa 4.000 Einzelteile, die auf den Flächen zu finden waren, wieder an ihren Platz zurück gebaut wurden. Auch zwei Illustrationen sind noch immer gut erhalten, nämlich Bildnisse von Affenkönig Valis Kampf mit seinem Halbbruder und der Tod des Affenkönigs.

Chau Say Tevoda wird von einer Mauer aus Laterit umgeben, seine Grundfläche umfasst nur 50 Meter mal 40 Meter. Der Tempel ist also wesentlich kleiner als andere Anlagen dieser Zeit und sogar merklich kleiner als Thommanon. Auf dem Gelände befinden sich vier Gebäude, die aus Sandstein errichtet wurden: der Gopura im Osten, der Prasat, eine ehemalige Versammlungshalle sowie ein Gopura im Westen. Neben den beiden Gopuras finden sich in Chau Say Tevoda noch zwei weitere Tortürme, die jeweils in eine der Himmelsrichtungen zeigen. Die lange Halle, die die Gopuras mit der zentralen Tempelkammer verbindet, wurde mit zahlreichen Blumen dekoriert. Im Osten befindet sich schließlich noch ein Damm, der zum Siem Reap Fluss führt.

Für Besucher ist es empfehlenswert, einen Ausflug zur Tempelanlage Angkor Thom auch gleich mit Chau Say Tevoda zu verbinden, da der Weg tatsächlich sehr kurz ist: genauer gesagt steht man beim Verlassen von Angkor Thom durch das Siegestor quasi schon vor der Tempelanlage des Letzteren und seinem Zwilling Thommanon. Aufgrund der weitreichenden Restaurierungsarbeiten ist der Tempel inzwischen wieder komplett zugänglich.