Baphuon

Baphuon

Der Baphuon ist eine der beliebtesten Tempelanlagen von Angkor Thom und zählt als eines der wenigen Bauwerke der Khmer tatsächlich als archäologischer Tempelberg. Errichtet wurde die Anlage im 11. Jahrhundert unter König Udayadityavarman II., der den Bau als Staatstempel des Khmer-Reiches vorgesehen hatte und der als Mittelpunkt der Hauptstadt Yasodharapura galt (was auch der Lokalität innerhalb der Stadt entsprach). Die Stätte liegt nur wenige Kilometer von Siem Reap entfernt, was auch der Startpunkte für viele Besuchertouren ist.

Frontansicht Baphuon vom ersten Plateau

Ansicht des Baphuon vom ersten Plateau

Neben der Größe des Baues und dem Detailreichtum der Architektur sind es vor allem die Inschriften und Reliefs, die den Baphuon so wichtig für die archäologischen Forschungen (und in weiterer Folge interessant für die Besucher) machen. Die Anlage war ursprünglich der Gottheit Shiva gewidmet, allerdings wurde im 15. Jahrhundert (nachdem der Zahn der Zeit den Tempelberg auseinanderfallen ließ) die westliche Seite neu zusammengesetzt, welche bis heute den liegenden Buddha darstellen soll und inzwischen gerade bei Besuchern ein beliebtes Fotomotiv ist.

König Udayadityavarman II. versuchte mit dem Bau der Tempelanlage einen neuen Maßstab zu setzen, was die Prächtigkeit von Staatstempeln betrifft, was ihm mit der Errichtung des Baphuon auch gut gelungen ist. Schon im 13. Jahrhundert hielten chinesische Reisende schriftlich fest, wie beeindruckt sie von dem Bauwerk waren.

Ausblick vom Baphuon auf den Eingang

Ausblick vom Baphuon auf den Eingang

Auf den Reliefs am Tempel finden sich Darstellungen der hinduistischen Mythologie, die den Forschern einen tiefen Einblick in die Glaubenswelt des Hinduismus der damaligen Zeit und die daraus resultierenden kulturelle Grundlage lieferte.

Die Tempelanlage wurde fast gänzlich aus Sandstein errichtet, allerdings wurde bei dem Mauerwerk auch Laterit eingesetzt. Die Wahl, für den Kern des Berges auf Erde zu setzen, wurde dem Bauwerk unglücklicherweise zum Verhängnis, da dies den Zerfall verursachte. Die Anlage ist von einer rechteckigen Einfriedung umgeben, der Eingang für Besucher liegt hierbei im Osten, wo noch immer ein prächtiges Haupttor zu finden ist. Als Besonderheit lässt sich der etwa 170 Meter lange Steg bezeichnen, der den Weg zum inneren Pavillon und zum Tempelberg an sich ebnet. Auf der obersten Ebene des Tempelbergs findet sich ein Prasat (der zu seiner hohen Zeit etwa 50 Meter hoch gelegen sein dürfte). An den Galerien stehen dann noch einige beeindruckende Tor- und Ecktürme, allerdings darf die zweite Ebene momentan noch nicht betreten werden, da hier noch Ausbesserungsarbeiten vorgenommen werden müssen.

Die Tempelanlage wurde seit den 1990er-Jahren umfänglich restauriert und in liebevoller Kleinarbeit weitestgehend wieder aufgebaut, so dass Besucher auch heute noch einen spektakulären Anblick beim Besuch des Tempelbergs erwarten können, welcher den Baphuon in jedem Fall zu einem lohnenden Ausflugsziel macht.