West Mebon / West Baray

West Mebon / West Baray

Beim Westlichen Mebon handelt es sich um einen noch teilweise erhaltenen hinduistischen Tempel in Angkor. Dieser befindet sich auf einer künstlich angelegten Insel im Westlichen Baray, ein Wasserreservoir der Angkor-Zeit, welcher sich nur unweit von Angkor Thom befindet. Der Bau des Westlichen Barays im 11. Jahrhundert wurde unter der Herrschaft von Suryavarman I. begonnen und schließlich unter der Herrschaft seines Nachfolgers Udayadityavarman II. beendet. Auch der Westliche Mebon wurde zur gleichen Zeit unter Udayadityavarman II. im Baphuon-Stil erbaut.

Mebon im West Baray

Ausgrabungsstätte der Tempelruinen (Mebon) im West Baray

Die Tempelanlage begann nach seiner hohen Zeit ab dem 15. Jahrhundert zu verfallen und wurde erst 1936 durch einen französischen Forscher wiederentdeckt, der dort bei einer Expedition eine außerordentlich eindrucksvolle Bronzestatue von Vishnu Anantashayi fand, was wieder vermehrte Aufmerksamkeit auf den Tempel lenkte. In den 1940er Jahren kam es dann schließlich zu ersten Restaurierungsarbeiten, da der Tempel insgesamt in einem sehr schlechten Zustand war (und nach wie vor ist). Aus diesem Grund kann der Westliche Mebon auch derzeit nicht besichtigt werden, da dort momentan erneut mehrjährige Restaurierungsarbeiten vonstattengehen. Auch sonst ist der Tempel nur mit dem Boot erreichbar.

Der Westliche Baray allerdings ist aufgrund seiner ruhigen Wasseroberfläche und des klaren Wassers ein beliebter Treffpunkt für Ruderer und Schwimmer, so dass sich ein Besuch der beiden Sehenswürdigkeiten durchaus trotzdem auszahlen sollte. Die westliche Hälfte führt ganzjährig Wasser, die östliche Hälfte nur während der Regenzeit.

Auch wenn der Westliche Baray in seiner Gesamtausgestaltung von Menschenhand errichtet wurde, sind es doch die Deiche, die die Erde natürlich gebildet hatte, die das Wasser speichern. Auch vor der Errichtung des Barays gab es an seiner Stelle schon frühere Deichanlagen, da durch die natürlichen Gegebenheiten des Bodens diese Region schon lange als günstiger Ort für seine Wasser absorbierenden und speichernden Eigenschaften bekannt war. Doch auch wenn der Westliche Mebon momentan nicht besichtigt werden kann, so schadet es nicht, ein wenig über seine baulichen Besonderheiten zu wissen. So besteht der Tempel aus einem Mauerring und drei Gopuras: Im Inneren befindet sich ein Wasserbecken, welches rundherum mit Treppen aus Sandstein umgeben ist- nur unweit der Sandsteinterrasse, auf der sich ein Brunnen befindet. Die ehemaligen, wohl sehr kunstvollen Reliefs der Tempelanlage sind heute leider vollständig zerstört. An einem Gopura der Nordmauer findet man noch ein einigermaßen gut erhaltenes Ornament. Auf der Gopura der Ostseite sind ebenfalls noch einige Reliefs zu erkennen, wobei hier drei Figuren zu sehen sind. Es bleibt nun abzuwarten, wie viel durch die aktuellen Restaurationsarbeiten vielleicht doch wieder hergestellt werden kann.

Bootsfahrt auf dem West Baray in Richtung Mebon