Ost Mebon

Ost Mebon

Die Tempelanlage des Östlichen Mebon („East Mebon“) in Siem Reap wurde bereits Mitte des 10. Jahrhundert von Herrscher Rajendravarman II. bei seinem Architekten Kavindrarimathana in Auftrag gegeben und von diesem noch im selben Jahrhundert vollständig errichtet. Den Inschriften zu entnehmen ist, dass sich der Herrscher bei seinen Vorstellungen an der Form eines Bergs orientiert haben soll. So entstand auf der künstlich angelegten Insel inmitten des Yasodharatataka (dem Östlichen Baray, dem Wasserreservoir der Region) ein in Schichten aufgebautes architektonisches Meisterwerk, welches der Gottheit Shiva gewidmet war.

Innenansicht Ost Mebon / East Mebon

Innenansicht des östlichen Mebon (East Mebon)

Heute ist der Wassergraben rund um den Tempel ausgetrocknet, stattdessen ist der Östliche Mebon von Reisfeldern umgeben. Der Inselquader ist so ausgerichtet, dass jede seiner Seiten genau in eine der vier Himmelsrichtungen weist.

Der Östliche Mebon war eins der vielen Bauwerke, die Rajendravarman II. errichten ließ, als er sich dazu entschlossen hatte, die ehemalige Hauptstadt Koh Ker hinter sich zu lassen, und eine „neue“ Hauptstadt (die bereits in früheren Zeiten bebaut und besiedelt worden war) in der Khmer Region anzusiedeln. So widmete der König den Tempel seinen beiden Eltern, wobei er Shiva in der Gestalt des Vaters und Parvati in der Gestalt der Mutter verewigen ließ.

Die Tempelanlage erstreckt sich auf insgesamt vier Ebenen und wurde aus Sandstein, Ziegelstein und Laterit gebaut, wobei seine Grundfläche nur bei etwa 126 Metern mal 121 Metern liegt. Da sich auf der obersten Ebene fünf Türme befinden, liegt die Vermutung nahe, dass das Gebäude den Berg Meru (den Weltenberg, der im Zentrum des Universums der hinduistischen, buddhistischen und jainistischen Mythologie steht) symbolisieren sollte, da auch dieser fünf Gipfel hatte und es zur Zeit der Erbauung ein oftmaliges Bauschema war. Wissenschaftlich gesehen lässt sich diese Annahme jedoch nicht bestätigen, da die Inschriften des Tempels diesbezüglich etwas kryptisch formuliert sind.

Architektonisch ist anzumerken, dass die imposante Tempelanlage im damals entstandenen Pre-Rup-Stil erbaut wurde, der seine Bezeichnung dem gleichnamigen Tempel zu verdanken hat, der nur einige Jahre nach dem Östlichen Mebon eröffnet wurde.

Auch heute lässt sich der Östliche Mebon noch gut besichtigen. Besonders schön und außergewöhnlich sind dabei die Reliefarbeiten an den Türstützen und seitlich der Tordurchgänge, sowie die zahlreichen Statuen und Säulen. Insgesamt finden sich dort acht Elefantensäulen, die sich auf der ersten und zweiten Ebene befinden, sowie 16 Löwenpaare, die an den Treppen angebracht sind. Gerade auch aufgrund seiner örtlichen Nähe zu den vielen anderen Sehenswürdigkeiten und monumentalen Bauten in Siem Reap ist der Östliche Mebon auf jeden Fall einen Besuch wert.